Schwimmen und Skoliose: hilft es dem Rücken, oder schadet es?

Artikel

Schwimmen und seine Wirkung auf die Skoliose

Schwimmen ja, aber…!

Wie schon eingangs erwähnt, ist Schwimmen vor allem im Sommer ein sehr beliebter Sport und wird auch bei Rückenschmerzen oder sogar bei Skoliose häufig empfohlen. Die Bewegung im Wasser ist zwar angenehm, entlastet die Gelenke und eignet sich hervorragend zur Rehabilitation. Wenn wir aber einen falschen Schwimmstil gelernt haben und den Körper durch häufige unsymmetrische Bewegung überlasten, können wir die Rückenschmerzen verschlimmern oder uns direkt eine skoliotische Kurve schaffen. Intensive Überlastung der Muskelketten führt immer zu einer Dysbalance, und das gilt nicht nur beim Schwimmen, sondern auch bei anderen Sportarten mit Rückbeuge, etwa der rhythmischen oder der Gerätturnen. Beim Kraul-, Brust- und Schmetterlingsschwimmen befindet sich die Wirbelsäule in einer unnatürlichen Position, die Muskeln um Nacken und Lenden werden überlastet und der Körper gerät allmählich in immer größere Spannung. Es ist daher stets sehr wichtig, mehrere Schwimmstile richtig zu erlernen und den Körper nicht zu einseitig zu belasten.

Risikofaktoren des Schwimmens

Schwimmen verursacht nämlich generell eine Hypermobilität der Gelenke und auch der Wirbelsäule, was einer der ungünstigsten Risikofaktoren für Kinder mit Skoliose ist. Gelenkhypermobilität bedeutet übermäßige Beweglichkeit, bei der im Gelenk eine Bewegung über die physiologische Norm hinaus möglich ist. Hypermobile Menschen haben ein deutlich lockereres und dehnbareres Bindegewebe als üblich. Gelockerte Bänder schützen die Gelenke jedoch nicht mehr so gut, was eben Schmerzen verursacht. Muskelschmerz tritt dort auf, wo die Muskeln rund um das Gelenk mehr und stärker arbeiten müssen, weil sie die durch zu lockere Bänder verursachte Gelenkinstabilität ausgleichen. Hören wir mit dem Muskeltraining ganz auf, ist die Instabilität im Gelenk gewiss. Bei erhöhter Muskelbeanspruchung werden auch die Sehnen belastet, was Schmerzen im Bereich der Sehnenansätze am Knochen verursacht. Hypermobile Gelenke sind außerdem anfälliger für Verletzungen. Häufiger kommt es zu Verstauchungen, Entzündungen oder Rissen von Sehnen und Muskeln. Und gerade übermäßige Bewegung kann bis zu einer teilweisen oder vollständigen Ausrenkung führen.

Wie schwimmt man richtig?

Wie also schwimmen, um sich nicht noch mehr zu schaden? In erster Linie ist es wichtig, es nicht zu übertreiben und höchstens 20-30 Minuten täglich zu schwimmen. Je mehr wir den Körper in einseitiger Bewegung überlasten, desto leichter und schneller kann sich eine skoliotische Kurve bilden. Schwimmen auf Leistungsniveau ist (wie jeder Leistungssport) für einen gesunden Rücken langfristig nicht geeignet. Hier gilt der Grundsatz, dass jede Bewegung großartig ist, aber mit Maß ausgeführt werden muss und idealerweise immer symmetrisch sein sollte. Und wenn sie es nicht ist, dürfen wir nicht vergessen, die einseitige Bewegung auszugleichen, wozu sich zum Beispiel das regelmäßige Üben der Spiralstabilisation anbietet.

Zweitens ist es wichtig, den richtigen Schwimmstil zu kennen, der unsere Muskeln nicht überlastet und keine Muskelspannung oder Dysbalance im Körper verursacht. In Schwimmbädern begegnen uns am häufigsten Kraul oder Brustschwimmen. Leider ist aber keiner dieser Stile geeignet, vor allem wegen der Überlastung der Trapezmuskeln am Nacken. Beim Kraul kommt hinzu, dass Schwimmer oft nur zu einer Seite atmen, was allmählich zu einer Dysbalance auf einer Seite führt. Für unsere Wirbelsäule und den Rücken ist der Rückenstil ideal, bei dem wir mit den Beinen Bewegungen wie beim Brustschwimmen ausführen, nur auf dem Rücken. In dieser Position überstrecken wir die Wirbelsäule nicht in eine unnatürliche Lage, die Muskeln sind entspannt, die Trapezmuskeln verkrampfen nicht, die Bewegung von Beinen und Armen ist symmetrisch und wir kräftigen die Bauchmuskulatur. Das Einzige, worauf man bei diesem Stil achten muss, ist, beim Rückwärtsschwimmen nicht an den Beckenrand zu stoßen :)

zurück