Runde Brustwirbelsäule, nach vorn gerollte Schultern, vorgeschobener Kopf. Haltung ist eine Gewohnheit, keine Form — und Gewohnheiten lassen sich umlernen.
Von hinten sieht man die runde Kontur der Brustwirbelsäule, von vorn einen eingesunkenen Brustkorb und nach innen gerollte Schultern. Der Kopf steht meist vor der Körperachse. Oft gehören Schmerzen zwischen den Schulterblättern und schnelle Ermüdung beim Stehen dazu.
Eine einfache Probe: mit dem Rücken an die Wand stellen. Berührt der Hinterkopf die Wand nur, indem man den Kopf in den Nacken legt, hält die Brustwirbelsäule den Körper in der Beuge.
Er entsteht aus Stunden in der Vorbeuge — am Schreibtisch, am Monitor, über dem Handy — und bei Kindern aus einem schweren Schulranzen, vor allem auf einer Schulter getragen. Die Brustmuskeln verkürzen, die Muskeln zwischen den Schulterblättern überdehnen, und der Körper legt die neue Form nach und nach als Ausgangslage fest.
Deshalb verschlechtert er sich in Wachstumsphasen und deshalb hält sitzende Arbeit ihn auch im Erwachsenenalter aufrecht.
Ein Rundrücken richtet sich nicht auf, weil man sich sagt „stell dich gerade hin“ — das hält eine Minute, denn Wille ersetzt keinen Muskel. Die spirale Stabilisation dehnt die verkürzte Vorderseite und bringt zugleich den hinteren Ketten bei, die Schulterblätter nach unten zu ziehen, damit die aufrechte Haltung von selbst trägt.
Wesentlich ist, dass sich die Wirbelsäule dabei nach oben streckt. Der häufigste Fehler beim „Geraderichten“ ist, den Brustkorb herauszudrücken und ins Hohlkreuz zu gehen — der Rundrücken verschwindet nur optisch, und Kreuzschmerzen kommen dazu.
Wenn die Rundung starr ist und sich nicht willentlich aufrichten lässt, wenn sie in der Wachstumsphase schnell zunimmt oder wenn der Rücken auch in Ruhe schmerzt. Bei Kindern und Jugendlichen gehört eine sich schnell verändernde Haltung immer zur Untersuchung.
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