Der Kopf steht vor der Körperachse. Keine Unart des Kopfes — eine Folge dessen, was zwei Etagen tiefer im Brustkorb passiert.
Im Profil steht das Ohr deutlich vor der Schulter, das Kinn leicht nach oben, und im Nacken bildet sich ein scharfer Knick. Meist gehören ein runder oberer Rücken und nach vorn gerollte Schultern dazu — allein tritt es selten auf.
Der Wandtest: mit Fersen, Gesäß und Schulterblättern an die Wand stellen. Berührt der Hinterkopf die Wand nicht oder nur, indem man den Kopf in den Nacken legt, steht der Kopf vorn. Am besten von der Seite fotografieren lassen — im Spiegel richtet man sich unbewusst auf und sieht nichts.
Für jeden Zentimeter, den der Kopf nach vorn rückt, kommen der Halswirbelsäule mehrere Kilo Last dazu — der Hebel wird länger, das Gewicht des Kopfes bleibt gleich. Daher kommen Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Kribbeln im Arm; die vorgeschobene Kopfhaltung ist ihr gemeinsamer Nenner.
Sie entsteht dort, wo man stundenlang nach unten oder nach vorn schaut: Monitor unter Augenhöhe, Handy im Schoß, Lesen im Bett, Autofahren. Wesentlich ist, dass der Kopf als Antwort auf einen runden Brustkorb nach vorn rückt — beugt sich die Brustwirbelsäule, zeigten die Augen zum Boden, also gleicht der Kopf nach vorn und oben aus. Deshalb genügt „Kinn zurück“ allein nicht.
Der Kopf kehrt von selbst über die Körperachse zurück, sobald sich der Brustkorb darunter aufrichtet. Die spirale Stabilisation beginnt deshalb nicht am Nacken: Zuerst wird die verkürzte Vorderseite gedehnt und die Ketten aktiviert, die die Schulterblätter nach unten und hinten ziehen. Die Brustwirbelsäule richtet sich auf, und der Kopf hat keinen Grund mehr, nach vorn zu gehen.
Geübt wird im Stehen und in einer Bewegung nahe am Gehen, denn beim Gehen wird Haltung entweder festgeschrieben oder umgelernt — und gegangen wird jeden Tag. Das Zurückziehen des Kinns ist als Erinnerung nützlich, aber ohne aufgerichteten Brustkorb hat der Kopf keinen Ort, an den er zurückkehren kann.
Wenn Kribbeln oder Schwäche in Arm oder Hand auftreten, ebenso bei Schwindel, Sehstörungen oder Gleichgewichtsproblemen. Bei Kindern und Jugendlichen immer, wenn sich die Haltung schnell verändert oder sich nicht willentlich aufrichten lässt — eine starre Rundung ist keine Gewohnheit und wird anders behandelt.
Bei dieser Beschwerde führt Sie ein Begleiter in der Spiralista-App Tag für Tag durch die Übungen — von der ersten Übung bis zur vollständigen Abfolge.